Ogre – der Menschenfresser

Die beiden LOWA-ACTIVE-Team-Athleten Fritz Miller und Xaver Mayr wagten sich zusammen mit Rainer Treppte an die höchst anspruchsvolle Berggruppe in Pakistan.

Wenn ein Berg, oder besser gesagt eine ganze Berggruppe, mit dem Namen „Menschenfresser“ betitelt wird, dann kann eine Begehung aus rein logischer Sicht gar nicht leicht sein. Tatsächlich ist sie das auch nicht. Der Ogre gilt als einer der schwierigsten Berge der Welt – hauptsächlich, weil das Wetter hier gnadenlos schnell wechselt und deshalb schon manche Begehungsversuche vereitelt und Bergsteigerträume zerstört hat. Aber nicht nur der Name ist imposant. Schon das Felsmassiv selbst wirkt wie eine Festung. Auch der kleinere Ogre III, der im Südosten mit 6.960 Metern als riesige Felspyramide in die Luft ragt, ist nicht weniger beeindruckend. Eine Erstbesteigung gelang der deutsch-schweizerischen Seilschaft aus Urs Stoecker, Thomas Huber und Iwan Wolf erst im Jahr 2001 über den Südpfeiler.

Auf den Spuren dieser Seilschaft haben sich Ende August die Profiathleten Fritz Miller und Xaver Mayer gemacht. Nach drei Tagen Anmarsch und einer Wegstrecke von 50 Kilometer über den Biafo-Gletscher erreichten sie das Basislager am Fuße des Ogre III. Genau wie das deutsch-schweizerische Trio vor 16 Jahren wollten es die drei auch über den Südpfeiler versuchen. Doch schon der Weg zum ersten Lager führte über einen stark zerklüfteten Gletscherbruch. Auch die darauffolgenden Tage versprachen nicht einfacher zu werden. Bis sie überhaupt das zweite Lager auf 6.050 Meter erreicht hatten, packte der Menschenfresser die ganze Bandbreite von schlechtem Wetter aus: Schnee, Sturm und Temperaturen um -20 Grad Celsius und tiefer. Immer wieder hieß es: Schaufeln in die Hand und die Zelte vom Schnee befreien. Insgesamt schafften sie es dreimal ins letzte Hochlager, kletterten bis 6.200 Meter und gaben alles – selbst als sie sich schon im leichteren Gelände leichte Kälteschäden an Fingern und Zehen zugezogen hatten – doch der Berg fraß am Ende auch diesen Begehungsversuch. „Als dann klar war, dass kein stabiles, warmes Wetter mehr kommt, haben wir abgebrochen. Für einen Versuch mit einem anderen Ziel hat die Zeit leider nicht mehr gereicht“, fasst Fritz Miller die Erlebnisse nach der Rückkehr aus Pakistan zusammen.